Nachhaltige Wirtschaft
Ausgangslage
Die Wirtschaftsstruktur der Doppelstadt ist vor allem von kleinen und mittelständischen Unternehmen und einer ausgesprochen diversifizierten Branchenstruktur geprägt. Sie verfügt über eine starke Dienstleistungsbranche, eine etablierte Gesundheitswirtschaft und ist ein überregionaler Verwaltungsstandort. Ergänzt wird das Portfolio an Arbeitgebern um eine Vielzahl an mittelständischen Unternehmen im produzierenden Gewerbe im Nahrungsmittel- und Hochtechnologiebereich, kleinere und größere Handwerksunternehmen und innovative Start-Ups. Hinzu kommt, dass sich vor Ort eine Reihe von Logistikunternehmen angesiedelt haben, die die hervorragende Verkehrsanbindung der Stadt in die internationalen Verkehrskorridore (hier insb. den TEN-T Korridor North Sea-Baltic), die erschlossenen Gewerbeflächen sowie die Nähe zu den Metropolen Berlin und Poznań nutzen. Fulfillment und e-commerce-Unternehmen finden hier neben der sehr guten Verkehrsinfrastruktur mit dem KV-Terminal Frankfurt (Oder) eine öffentliche Terminalinfrastruktur zum Verbinden der beiden Verkehrsträger Straße und Schiene.Die Doppelstadt ist weiterhin mit dem IHP, der EUV und der ENS ein herausragener Wissenschafts- und Forschungsstandort mit großem Wachstumspotenzial. Insgesamt ist die Doppelstadt damit in einer guten Ausgangsposition, um branchenoffen weitere technologieorientierte Unternehmen und innovative Produktionsformen anziehen zu können.
Perspektive
Um das wirtschaftliche Potenzial der vernetzten Doppelstadt ohne Grenzen weiter auszubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit in den Metropolregionen Berlin und Poznań zu steigern, sollen Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Ziel eines engen Wissens- und Personalaustausches weiterentwickelt werden. Die Verwaltungen der Doppelstadt werden ihre Prozesse weiter digitalisieren und neue Formate der Wirtschaftsförderung schaffen. Mit dem erhaltenen Input sollen sowohl das organische Wachstum der regionalen Wirtschaft als auch neue Ansiedlungen gefördert werden. Perspektivisch kann die Doppelstadt damit wieder an ihre traditionelle Rolle als Technologiestandort mit europäischer Relevanz anschließen.
Hierzu gehört auch, dass die Verwaltungen der Doppelstadt weiter darauf hinwirken werden, dass attraktive Wohn- und Lebensbedingungen realisiert werden und dass Arbeitnehmer*innen die Doppelstadt als eine reizvolle Alternative zu zum Beispiel Berlin und Poznan wahrnehmen. Die Doppelstadt wird zusammen mit der EUV und dem IHP ebenfalls daraufhin wirken, dass die Transferorientierung von Studiengängen bestärkt wird und dass Anreize dafür geschaffen werden, in der Doppelstadt innovative (Digital-)Unternehmen zu gründen. Für die praktische Verbindung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sind (Pilot-)Projekte wichtig, die eine erfolgreiche Übertragung von wissenschaftlichen Ergebnissen auf konkrete Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Energiewende umsetzen. Das IHP wird auch weiterhin derartige Projekte in der Doppelstadt anstoßen und umsetzen.
Konkrete Projekte
Als konkretes Projekt zur engeren Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft wird die Doppelstadt einen Makerspace als Haus der Innovationen gründen. In Ergänzung zu den bereits innerhalb des Stadtgebietes Frankfurt (Oder) verorteten Co-Working-Arealen soll dieser Ort als öffentlich zugängliche Hightech-Werkstatt (open house) Interessierten Zugang zu Maschinen, Werkzeugen und Software sowie einer kreativen Community von ähnlich Interessierten geben. Hier wird ein Ort der Begegnung zwischen Techniker*innen und Unternehmensgründer*innen, Schüler*innen, Studierenden und Kreativ- sowie Kunstschaffenden entstehen, an dem mit innovativer Technologie experimentiert, erste Prototypen hergestellt und bei Bedarf auch Kleinserien gefertigt werden können.
Die Ausrichtung des Makerspace sollte eine Kombination aus Kreativraum, Lernraum und moderater Hightech-Werkstatt mit u.a. interaktiven reizvollen Workshop-Formaten sein. Der Makerspace soll überregionale Strahlkraft entwickeln und innovative Unternehmen und Gründer aus Berlin-Brandenburg und der Woiwodschaft Lebus in die Doppelstadt bringen. Verbunden mit Trainings- und Beratungsdienstleistungen der lokalen Wirtschaftsförderung und weiteren regionalen Dienstleistern kann in diesem Makerspace das Unterstützungsangebot für jede Phase einer Unternehmensgründung und -führung gebündelt werden.
Im Rahmen des Makerspace soll als Ergänzung ein Schülerforschungszentrum entstehen, in dem Schüler*innen eigeninitiativ an Experimenten und Projekten arbeiten sollen und damit an konkrete Projektarbeit herangeführt werden können.
Weiterhin soll ein digitales „Gutachtenkataster“ aufgebaut, das relevante Verwaltungsinformationen wie Flächengutachten, durchgeführte Untersuchungen, Stellungnahmen, Expertisen und weitere relevante Informationen (z.B. verfügbare Bandbreite, Infrastrukturanbindung) nutzerfreundlich aufbereitet und interessierten Unternehmen zur Verfügung stellt.
Das IHP plant eine verbesserte Skalierbarkeit der Anbindung von Sensornetzen in der Doppelstadt und in der Region. Weitere Pilot-Projekte untersuchen und evaluieren die Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden und entwickeln Lösungen zur Verbesserung ihrer energetischen Bilanz. Im Projekt „Energie Steuerung in Wohnhäusern“ werden Gebäude mit einer Schnittstelle zur Steuerung Ihrer Energieerzeugung und ihres Verbrauchs ausgestattet. Alle diese Orte der Datensammlung werden in einem Smart City Control Center zusammengeführt, das Informationsflüsse bündelt und koordiniert