Smart River (MIGRATE)

Forschungs- und Praxisprojekt zu grenzüberschreitenden Umwelt- und Klimafragen im Oderraum, inklusive Datenanalyse und Pilotmaßnahmen.

Kurzbeschreibung

StatusPrioritär 

Laufzeit: SmartRiver I (2019-2023) & SmartRiver II (ab 2025)

Programm / Finanzierung: Interreg VI A-Projekt "Smart River II"

Federführende Stelle:  Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) 

Das Folgeprojekt "Smart River" (MIGRATE) baut auf den Ergebnissen früherer Smart-River-Aktivitäten auf und entwickelt den grenzüberschreitenden Flussraum der Oder systematisch weiter. Ziel ist es, Umweltmonitoring, Klimaanpassung, Biodiversität, Sicherheit und Nutzungskonflikte datenbasiert zusammenzudenken und den Fluss als gemeinsamen Natur-, Lern- und Lebensraum der Doppelstadt Frankfurt (Oder) - Słubice zu stärken. Digitale Technologien dienen dabei als Werkzeug für Transparenz, Prävention und Beteiligung.


Ziele

  • Verbesserung der grenzüberschreitenden Umwelt- und Risikovorsorge entlang der Oder.
  • Aufbau eines gemeinsamen, datenbasierten Verständnisses des Flussraums.
  • Stärkung der Klimaresilienz der Doppelstadt (Hochwasser, Hitze, Trockenheit).
  • Förderung von Umweltbildung, Beteiligung und Identifikation mit dem Fluss.
  • Verstetigung der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Zentrale Maßnahmen

  • Ausbau eines grenzüberschreitenden Umweltmonitorings (z. B. Wasserstand, Temperatur, Wasserqualität, Biodiversität).
  • Entwicklung digitaler Dashboards und Schnittstellen für Verwaltung und Öffentlichkeit.
  • Integration von Warn- und Informationsmechanismen in bestehende Smart-City-Anwendungen.
  • Durchführung von Citizen-Science-Formaten und Bildungsprojekten (Schulen, Jugendgruppen).
  • Erarbeitung gemeinsamer Handlungsleitfäden für Krisen- und Umweltereignisse im Flussraum.

Ergebnisse und Kennzahlen

  • Anzahl installierter bzw. angebundener Messstationen entlang der Oder.
  • Verfügbarkeit und Nutzung grenzüberschreitender Umweltdaten (Zugriffe, Dashboards).
  • Zahl der beteiligten Institutionen, Schulen und zivilgesellschaftlichen Gruppen.
  • Reaktionszeiten und Informationsqualität bei Umwelt- oder Krisenereignissen.
  • Dokumentierte Beiträge zu Klimaanpassungs- und Umweltstrategien der Doppelstadt.

Zeitplan

  • Auswertung der Smart-River-Vorphasen, Konkretisierung der MIGRATE-Projektarchitektur, Partnervereinbarungen.
  • Aufbau des Monitorings, Entwicklung digitaler Anwendungen, Pilotmaßnahmen im Flussraum.
  • Integration in Regelstrukturen der Verwaltung, Ausbau der Bildungs- und Beteiligungsformate, Verstetigung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Zentrale Aussagen

  • Der Flussraum der Oder ist ein zentraler gemeinsamer Raum der Doppelstadt mit hoher Bedeutung für Klimaresilienz, Umweltqualität, Freizeit und Identität.
  • Smart River (MIGRATE) versteht Digitalisierung als unterstützendes Instrument für Umwelt- und Risikomanagement, nicht als Selbstzweck.
  • Grenzüberschreitende Daten, abgestimmte Prozesse und gemeinsame Standards sind Voraussetzung für wirksame Maßnahmen entlang des Flusses.
  • Das Projekt verbindet ökologische, sicherheitsrelevante und gesellschaftliche Fragestellungen (Hochwasser, Hitze, Biodiversität, Nutzung).
  • Ergebnisse sollen langfristig in Verwaltungshandeln, Krisenvorsorge und Bildungsangebote integriert werden.

Digitaltage 2025 & Innovathon

  • Es besteht ein großes Interesse an verständlich aufbereiteten Umwelt- und Flussdaten (Wasserstand, Temperatur, Wasserqualität) für die Öffentlichkeit.
  • Teilnehmende wünschten sich frühzeitige Warn- und Informationssysteme bei Extremereignissen (Hochwasser, Verschmutzung, Hitze).
  • Jugendliche regten an, den Fluss stärker als Lern- und Erlebnisraum zu nutzen (Citizen Science, Schulprojekte, App-Formate).
  • Gefordert wurde eine bessere Abstimmung zwischen polnischen und deutschen Akteuren, insbesondere bei Krisen- und Umweltthemen.
  • Wichtig erschien, analoge Informationswege (Schilder, Treffpunkte) mit digitalen Lösungen zu kombinieren.

Verknüpfungen mit anderen Projekten

  • Smart River (MIGRATE) liefert Umwelt-, Klima- und Sensordaten (z. B. Wasserstand, Temperatur, Wasserqualität), die in die gemeinsame Datenarchitektur der Doppelstadt integriert und für Verwaltung, Forschung und Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden
  • Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in kommunale Klimaanpassungs- und Hochwasserschutzkonzepte ein und unterstützen evidenzbasierte Entscheidungen.
  • Smart River (MIGRATE) ergänzt bestehende Resilienz- und Krisenmanagementprojekte durch Umwelt- und Frühwarninformationen und stärkt die grenzüberschreitende Lagebilderstellung.
  • Der Flussraum wird als Lern- und Forschungsraum genutzt; Daten und Inhalte aus Smart River dienen als Grundlage für Bildungsangebote, Citizen-Science-Formate und projektbasiertes Lernen.
  • Umwelt- und Klimainformationen können in digitale Stadtführungen integriert werden und machen den Flussraum als Teil der gemeinsamen Innenstadt erlebbar.
  • Ergebnisse aus Smart River (MIGRATE) können als Basis für nachhaltige Geschäftsmodelle, Reallabore und Kooperationen mit Unternehmen dienen (z. B. Umwelttechnik, Monitoring, Datenservices).